STS-133 // DIE DISCOVERY HAT DIE RAMPE VORERST VERLASSEN

Fünfeinhalb Kilometer lang war am Mittwoch der Rückweg für die Raumfähre Discovery bei ihrer nächtlichen Reise (Ortszeit) von der Startrampe 39A des Kennedy Space Center in Florida zum gigantischen Vehicle Assembly Bulding (VAB), in dem bereits Ende der 1960er Jahre die Saturn-V-Raketen montiert und für ihre Mondmissionen vorbereitet wurden.

Die Discovery hatte das Endmontagegebäude bereits im September verlassen, um zu ihrer letzten Reise ins All aufzubrechen. Daraus wurde jedoch aufgrund diverser technischer Probleme bis jetzt nichts. Die bereits in Gang gesetzten Countdownuhren mussten Anfang November gestoppt werden, da sich beim Befüllen der externen Treibstofftanks mit superkalten Flüssiggasen Lecks und Risse am Außentank der Fähre gezeigt hatten.

Nach den anschließend erfolgten Reparaturen wurde in der letzten Woche zur Sicherheit ein Betankungstest auf der Startrampe durchgeführt. Die gewonnen Daten müssen nun aufwendig ausgewertet werden. Darüber hinaus plant man, im VAB sämtliche der 108 Leichtmetall-Verstärkungsrippen Röntgenscans zu unterziehen, von den mindestens zwei von Rissbildungen betroffen waren. Sollte sich zeigen, dass weitere der U-förmigen Profile betroffen sind, will man seitens des NASA-Managements bis Ende des Jahres entscheiden, ob aufwendigere Modifikationen am Tank erforderlich werden. Ein Start kommt ohnehin vor Februar 2011 nicht in Betracht. Bis dahin, hoffen die Verantwortlichen, die Probleme mit dem Tank im Griff zu haben.

Während des Betankungsversuch waren auch unzählige spezielle Datensensoren an der Metallhülle des externen Tankes angebracht worden, die nun im Schutz des Montagegebäudes wieder entfernt werden sollen. Daran anschließend müssen Techniker an diesen Stellen den fehlenden wärmedämmenden Spezialschaumstoff in aufwendiger Handarbeit wieder aufbringen.

* * *

source: NASA
photo credit: NASA/ KSC webcam
für weitere Informationen : for further informations
www.raumfahrtzeitung.de

ORBITAL SCIENES // TAURUS II HAUPTTRIEBWERK IM DAUERTEST

Am 17.Dezember unterzog ein Team aus Technikern der Unternehmen Orbital Sciences, Aerojet sowie der NASA ein Triebwerk der Baureihe AJ26 einem weiteren heißen Testlauf. Auf dem modernisierten Teststand E-1 des Stennis Raumfahrtzentrum der NASA in Mississippi wurde das Modell, welches als Hauptriebwerk der ersten Stufe der neuentwickelten Taurus-II-Trägerrakete von Orbital eingesetzt werden soll, in einem 55-Sekunden- Dauertest zur Zündung gebracht. Diese Testzündung war damit bereits die Zweite in einer auf drei Versuche angelegten Reihe. Die gewonnen Daten dienen hauptsächlich zur Feineinstellung der Triebwerke in Vorbereitung auf den dritten Testlaufs, der für Januar 2011 geplant ist.

Nach ersten Analysen verlief der Versuch, bei dem das Triebwerk  bis auf 109 Prozent seines Basisleistungsniveaus hochgefahren wurde, erfolgreich und alle vorher gesteckten Ziele konnten erreicht werden. Dies betraf diesmal insbesondere das einwandfreie Funktionieren der Startsequenz, der Treibstoffventilkontrolle, der Schubvektorsteuerung und des Herunterfahrens des Raketenmotors.

KLICKEN SIE AUF DAS BILD FÜR EIN VIDEO DES TESTS

Das AJ26-Triebwerk, eigentlich ein modifiziertes und den neuen Aufgabenstellungen angepasstes russisches NK-33-Modell aus Altbeständen, verbrennt Kerosin und flüssigen Sauerstoff während es die Taurus II während der ersten 235 Sekunden des Fluges antreibt. Sämtliche zum Einsatz kommende Triebwerke müssen ab Produktionsbeginn für das Programm im nächsten Jahr sehr intensive Akzeptanztests auf dem Teststand im Stennis Center absolvieren, bevor man sie letztendlich in die Taurus-II-Erststufen einbaut.

Inzwischen hat auch der erste in der Ukraine produzierte Basiszylinder für die Erstststufe den Raketenstartplatz in Wallops Island (Westvirginia) erreicht. Der Grundkörper war mit dem Schiff von Dnepropetrowsk aus nach Wilmington (Delaware) transportiert worden. Den Rest des Weges in den Vereinigten Staaten legte das Bauteil per Tieflager auf der Straße zurück.

* * *

source: Orbital Sciences
photo credit: Orbital Sciences
video source: NASA
für weitere Informationen : for further informations
www.raumfahrtzeitung.de

SOYUZ TMA-20 // KOPPLUNG ÜBER WESTAFRIKA

Am Freitagabend war die zweitägige Aufholjagd des russischen Raumschiffs Soyuz TMA-20 beendet. Um 21.11 Uhr MEZ erreichte bereits das 25. Modell der unverwüstlichen Soyuz-Baureihe sein Ziel, die internationale Raumstation. Der erste Kontakt des Kopplungsadapters der Soyuz mit seinem Gegenstück am Rassvet-Modul der ISS  erfolgte über Westafrika. Das automatische Dockingsystem „Kurs“ hatte zuvor ganze Arbeit geleistet und die beiden Raumflugkörper einander millimetergenau angenähert. Das eigentliche Kopplungsmanöver fand kurz nach einem der sich bei jedem Erdumlauf wiederholenden orbitalen Sonnenuntergänge statt, so dass die letzte Phase des Rendevouz mittels Untertützung von Bordscheinwerfern durchgeführt wurde.

Soyuz-Kommandant Dimitri Kontratiev hatte während der Annäherungsphase die Systeme des Raumschiffs unter Kontrolle, um notfalls einzugreifen und sein Schiff manuell an der Station anzudocken. Er stieg mit seinen Mannschaftskollegen Catherine Coleman und Paolo Nespoli etwa drei Sunden später in die Raumstation um. Zwei Minuten nach Mitternacht (MEZ) konnten die Luken geöffnet und die Neuankömmlinge von ihren Kollegen Scott Kelly, Alexander Skripotschka und Alexander Kaleri begrüßt werden. Bis dahin jedoch hatten für die Besatzungen von ISS und Soyuz-TMA-20 die obligatorischen System- und Dichteprüfungen der physischen Verbindung zwischen Soyuz und Rassvet auf dem Programm gestanden.

* * *

source: raumfahrt.zeitung
photo credit: NASA TV
für weitere Informationen : for further informations
www.raumfahrtzeitung.de

STS-133 DISCOVERY // TANKTEST AM FREITAG

Seit Freitag, 13.00 Uhr MEZ findet auf der Startrampe 39A des Kennedy Raumfahrtzentrums (KSC) in Florida ein Betankungstest für die Mission STS-133 statt. Im Verlauf eines modifizierten Countdowns soll so geprüft werden, ob die im November vorgenommen Reparaturen am externen Treibstofftank der Raumfähre Discovery letztendlich erfolgreich waren. Die Arbeiten zum Austausch verschiedener Komponenten waren notwendig geworden, da beim letzten Startversuch Undichtigkeiten im Bereich von Anschlussleitungen festgestellt worden waren. Gleichzeitig hatten sich an Verstärkungsrippen der Intertanksektion Rissbildungen gezeigt, die ebenfalls repariert wurden.

Nach dem Abschluss des heutigen Tests ist geplant, die gesamte Startkonfiguration der Discovery wieder in das Vehicle Assembly Buildung (VAB) -dem zentralen Endmontagegebäude für die Raumfähren- zurückzurollen, damit speziell im Bereich der betroffenen Leichtmetallrippen intensivere Untersuchung durchführt werden können. Damit soll insbesondere festgestellt werden, ob während des Betankens weitere Risse aufgetreten sind und sollte dies tatsächlich der Fall sein, welche Reparaturmöglichkeiten bestehen.

Die Countdownuhren werden bis T-31 Sekunden laufen. Danach wird der Versuch beendet und die superkalten Flüssigtreibstoffe wieder abgelassen. Durch die beim Betanken auftretenden enormen Temperaturunterschiede an der Hüllkonstruktion des Tanks werden die beim Bau verwendeten Materialen besonders hohen Belastungen ausgesetzt. Damit deren Verhalten gründlich analysiert werden kann, hatten Techniker in den letzten Tagen 89 zusätzliche Temperatur- und Beanspruchungsensoren an der Außenseite des Tanks angebracht und hunderte Meter Datenabel verlegt. Insgesamt erwartet man, während des Versuchs eine Datenmenge von sechs Terabyte zu gewinnen.

Die Dauer der anschließend erforderlichen umfangreichen Auswertungen lassen einen Start der Discovery nicht vor Februar 2011 zu. Ursprünglich sollte der Shuttle bereits am 1. November abheben. Bei den anschließenden Startversuchen traten dann die jetztigen Probleme auf, so dass unter den bestehenden Sicherheitsaspekten der Flug zur Internationalen Raumstation erst einmal verschoben werden musste.

Die Mission STS-133 wird leichzeitig der letzte Einsatz der Discovery und nach bisherigen Planung auch der vorletzte Flug des gesamten Shuttle-Programms sein.

* * *

source: NASA // raumfahrt.zeitung
photo credit: NASA TV
für weitere Informationen : for further informations
www.raumfahrtzeitung.de

ORBITAL SCIENCES UNTERBREITET NASA ANGEBOT FÜR BEMANNTES RAUMFAHRZEUG

Das private Raumfahrtunternehmen Orbital Sciences unterbreitete der U.S. Raumfahrtbehörde NASA Anfang der Woche ein Angebot für einen Lösungsvorschlag im Rahmen der zweiten Runde des CCDev-Programms (Commercial Crew Development Program). Mit diesem Programm verfolgt die NASA das Ziel, Raumschiffe für den Transport von Astronauten in niedrige Erdumlaufbahnen von kommerziellen Unternehmen entwickeln zu lassen, um nach Beendigung des Shuttle-Programms 2011 relativ zeitnah wieder einsatzfähige bemannte System zur Verfügung zu haben, die beispielsweise den Transport von Besatzungen zur Internationalen Raumstation sicherstellen können.

Orbital plant, für dieses Ziel einen sogenannten „Nurflügler“ zu entwickeln, der an der Spitze einer konventionellen Trägerrakete in den Weltraum geschossen werden soll und nach seinem Einsatz -bei seiner Rückkehr zur Erde- wie ein Flugzeug auf einer Rollbahn landen kann.

Das Raumfahrzeug stellt eine Weiterentwicklung eines Vorschlages dar, der bereits Anfangs des Jahrzehnts für das Orbital Space Plane Program der NASA entwickelt worden war.

Der kleine Shuttle bietet bis zu vier Astronauten Platz und soll nach bisherigen Planungen mittels einer Atlas-V-Rakete gestartet werden. Nach Unternehmensangaben ist das Design jedoch flexibel genug ausgelegt, um auch andere auf dem Markt befindliche Trägersysteme nutzen zu können.

Insgesamt wird das Modell als kosteneffektive Lösung für den Mannschaftstransport der NASA angeboten, kann aber auch für rein kommerzielle Flüge zum Einsatz kommen. Bei der Vermarktung solcher privat angebotener Missionen arbeitet Orbital eng mit Virgin Galactics zusammen, die bereits suborbitale Füge für Touristen mit ihrem eigenen SpaceShipTwo anbieten.

Bei der Entwicklung des neuen bemannten Systems führt Orbital darüber hinaus ein Firmenkonsortium an, bei dem die italienische Firma Thales Alenia Space für die unter atmosphärischem Druck stehende Mannschaftszelle verantwortlich zeichnet, Nortrop Grumman die Konstruktion der tragenden Struktur des Flugzeugkörpers liefert, Honeywell and Draper Laboratory die pilotentaugliche Avionik und United Launch Alliance das Basisträgerraketensystem beisteuert.

Orbital hat bereits einen Auftrag der NASA für Frachttransportflüge zur ISS, wofür derzeit – analog zu SpaceX mit der Falcon 9-/ Dragon-Kombiantion- die in eigener Verantwortung entwickelte Taurus-II-Trägerakete und das Cygnus-Raumschiff zur Einsatzreife gebracht werden. Die erste Mission dieses Programms ist bereits im nächsten Jahr vorgesehen, während für die CCDev-Modelle nach einem Auswahlverfahren erst noch entsprechende Verträge geschlossen werden müssen.

* * *

source: raumfahrt.zeitung // Orbital Sciences
photo credit: Orbital Sciences
für weitere Informationen : for further informations
www.raumfahrtzeitung.de

SOYUZ TMA-20 // PASSAGIERE AUS DREI NATIONEN INS ALL GESTARTET

Am Mittwoch um 20.09 Uhr MEZ begann die zweitägige Reise des russischen Raumschiffs Soyuz TMA-20 zur Internationalen Raumstation. An der Spitze einer Soyuz-FG-Trägerrakete hob es pünktlich vom der Rampe des Startkomplex 1 in Baikonur ab. Im Aufstiegs- und Rückkehrmodul der Soyuz hatten zuvor Raumfahrer aus drei Ländern Platz genommen, die nach ihrer Ankunft auf der Station am Freitag dem internationalen Charakter des orbitalen Außenpostens  einmal mehr Ausdruck verleihen werden. Waren in den ersten Jahren weitgehend Russen und U.S. Amerikaner als Bewohner und Arbeiter auf der ISS tätig, so sind seit der Montage der europäischen und japanischen Module immer öfter auch Raumfahrer dieser Kooperationspartner bei Langzeitmissionen mit an Bord.

Diesmal fliegt der Italiener Paoli Nespoli als Vertreter der europäischen Raumfahrtbehörde ESA zusammen mit zwei Kollegen aus Russland und den USA für die nächsten sechs Monate zur ISS. Zusammen mit Dimitri Kondratiev und Catherine Coleman ergänzt er die Expediton-26-Besatzung auf die volle Mannschaftsstärke von sechs Personen. Ihre drei Mitstreiter leben bereits seit Anfang Oktober 2010 auf der Station. Der amtierende Kommandant Scott Kelly war gemeins mit den beiden russischen Kosmonauten Alexander Kaleri und Oleg Skripotschka an Bord von Soyuz TMA-01M ins All aufgebrochen und bis Ende November auch Mitglied der Expedition 25.

Soyuz TMA-20 hat nach Brennschluss aller Raketenstufen erfolgreich seine Solarzellen entfaltet und einen ersten elliptischen Orbit mit einer Bahnneigung von 51.64 Grad erreicht. Bei einer Umlaufzeit von annähernd 89 Minuten leigt der erdfernste Punkt der Bahn 253 Kilometer über der Oberfläche des Planeten, während die größte Annäherung bei etwa 200 Kilometer Höhe erfolgt. Nach Abschluss aller Bahnkorrekturmanöver soll das Raumschiff am Freitag um 21.12 Uhr MEZ am Kopplungsstutzen des Rassvet-Moduls festmachen.

* * *

source: raumfahrt.zeitung // Roscosmos
photo credit: Roscosmos TV // NASA TV
video source: Roscosmos TV // YouTube - tvroscosmos
für weitere Informationen : for further informations
www.raumfahrtzeitung.de

SOYUZ TMA-20 STARTBEREIT AUF DER RAMPE

Der nächste Start eines russischen Soyuz-Raumschiffs zur Internationalen Raumstation steht kurz bevor. Am Mittwoch (15.Dezember 2010) um 20.09 Uhr MEZ soll Soyuz TMA-20 mit drei neuen Besatzungsmitgliedern für die ISS-Langzeitbesatzung Expedition 26 vom Startkomplex 1 des Weltraumbahnhofs Baikonur aus ins All aufbrechen.

Soyuz-Kommandant Dimitri Kondratiev und seine beiden Kollegen aus den USA und Italien, Catherine Coleman und Paolo Nespoli werden dann zwei Tage hinter der ISS herjagen, bevor sie am Freitag ihren neuen Wohnort für die Dauer des nächsten halben Jahres erreichen werden.

Seit Montag bereits steht die Soyuz-FG-Trägerrakete mit dem Raumschiff an der Spitze auf der Startrampe in der kasachischen Steppe, von der aus schon Juri Gagarin vor fast einem halben Jahrhundert seinen historischen ersten bemannten Weltraumflug begonnen hatte.

In den letzten Tagen und Wochen war Soyuz TMA-20 in Baikonur gründlich auf die Mission vorbereitet und anschließend in der Nutzlastverkleidung der Rakete verstaut worden.

DIE BILDER AUS BAIKONUR

Neben ihrer Funktion als Mannschaftstransporter wird das Raumschiff im Falle einer Havarie sechs Monate lang auch als Rettungsboot für die Raumstationsbesatzung zur Verfügung stehen. Der Flug bedeutet gleichzeitig den fünfundzwanzigsten Einsatz einer bemannten Soyuz-Kapsel im Rahmen des ISS-Programms. Nach Beendigung des U.S.-amerikanischen Shuttle-Programms im Verlauf des nächsten Jahres wird dieses Modell zudem über einen längeren Zeitraum hinweg die einzige Möglichkeit bieten, Besatzungen von und zur Raumstation zu befördern.

* * *

source: raumfahrt.zeitung // RKK Energia
photo credit: RKK Energia
video source: tvroscosmos // YouTube
für weitere Informationen : for further informations
www.raumfahrtzeitung.de