SOYUZ TM-19 IN SPEYER AUFGESETZT


ULF MERBOLD BESTEIGT „SEINE“ LANDEKAPSEL NOCH EINMAL

Seit dem 3. Mai 2010 ist die Raumfahrtausstellung des Technik Museum Speyer um eine weitere hochkarätige Attraktion reicher.

Der russische Kosmonaut Igor Volk, der in der Sowjetunion die in Speyer ausgestellte Raumfähre Buran bei Probeeinsätzen in der Erdatmosphäre als Testpilot geflogen und sich 1984 elf Tage an Bord der Raumstation MIR aufgehalten hatte,  übergab dem Museum in einem feierlichen Akt am Montagabend gemeinsam mit dem deutschen Astronauten Dr. Ulf Merbold die Landeeinheit des Raumschiffes Soyuz TM-19 als neustes Originalexponat.

Ulf Merbold war 1994 nach seinem dritten Aufenthalt im All genau mit dieser Kapsel von einem einmonatigen Aufenthalt von der Station MIR sicher zur Erde zurückgekehrt.

Dem Museum und seinem Förderverein war es nach großen Anstrengungen gelungen, das Landemodul der Soyuz vom russischen Raumfahrtkonzern RKK Energia zu erwerben. Igor Volk hatte den Transport den ganzen Tag lang von Moskau über Frankfurt nach Speyer begleitet. Dort angekommen wurde die Kapsel von einem LKW in die Raumfahrthalle gefahren und -noch mit einem schwarzen Tuch verhüllt- von einem Kran von der Ladefläche gehoben und ein letztes Mal vorsichtig auf dem Boden aufgesetzt.

Volk und Merbold wurde dann selbstredend die Ehre zuteil, die Soyuz TM-19 unter dem Beifall der zahlreichen geladenen Gäste zu enthüllen. In unzähligen Interviews der anwesenden Presse- und Fernsehteams standen die beiden anschließend ausführlich Rede und Antwort zu Fragen, die sich in erster Linie um die Technik des Raumschiffes und die von ihnen absolvierten Missionen drehten.

Ulf Merbold lies es sich nicht nehmen, „seine“ Landkapsel noch einmal ganz intensiv unter die Lupe zu nehmen. Dabei scheute er sich auch nicht, das enge Gefährt letztendlich sogar zu besteigen und sich für ein ZDF-Interview in den Kosmonautensitz zu zwängen, was ihm jedoch sichtlich Vergnügen bereitete und ohne jede Mühe gelang.

Ab Dienstag, den 4. Mai 2010 ist die vom Wiedereintritt in die Erdatmosphäre deutlich gezeichnete Kapsel dann auch für alle Besucher des Museums zu besichtigen. Durch die mit einer Acrylglasscheibe versehene Einstiegsluke hat man einen sehr guten Blick ins Innere des Kommandomoduls und gewinnt einen Eindruck, wie begrenzt der Platz für die Besatzung während der Start- und Landephase wirklich ist. Das gesamte Raumschiff ist während seines Einsatzes im Weltraum um Einiges größer und besitzt neben dem ausgestellten Landemodul, ein Servicemodul, in dem sich Antriebseinheit und alle sonstigen erforderlichen Techniksysteme befinden, sowie ein Orbitalmodul, das den Raumfahrern während des Fluges in der Erdumlaufbahn als zusätzlicher “ Wohnraum“ zur Verfügung steht. Beim Rückflug zur Erde werden die drei Einheiten pyrotechnisch voneinander getrennt und nur die mit einem ablativen Hitzeschutzschild versehene Rückkehrkapsel übersteht den heißen Ritt durch die oberen Schichten der Erdatmosphäre unbeschadet. Nach der abschließenden Landung an einem riesigen Fallschirm kann man eben diesen Teil des Raumschiffes Soyuz TM-19 nun in Speyer bewundern.

* * *

bericht: raumfahrt.zeitung (michael may)
photo credit: michael may (raumfahrt.zeitung)
für weitere Informationen : for further informations
www.raumfahrtzeitung.de
Advertisements
Kommentare sind geschlossen.
%d Bloggern gefällt das: