INTERNATIONALE RAUMSTATION – REPARATUREINSATZ UND SCHNEEFLOCKEN IM ALL

Die Bordingenieure der Expedition-24-Langzeitbesatzung Doug Wheelock und Tracy Caldwell-Dyson haben ihren ersten Außenbordeinsatz zum Austausch einer ausgefallenen Pumpe des Kühlkreislaufes A der Internationalen Raumstation am Samstag um 21.22 Uhr abgeschlossen. Obwohl damit nach acht Stunden und drei Minuten der längste Außenbordeinsatz einer Raumstationsbesatzung zu Ende ging, gelang es den beiden Astronauten nur teilweise die vorher gesteckten Ziele zu erreichen. Dies lag aber keineswegs an ihnen. Im Gegenteil, sie hatten mit vollen Engagement versucht, die festsitzende Verbindung einer Ammoniakleitung von der Pumpe zu lösen, um dann festellen zu müssen, dass aus der fraglichen Kupplung auch noch Kühlmittel austrat.

Insgesamt sollten vier unter Druck stehende Kühlleitungen und mehrere Kabel von der defekten Pumpe gelöst werden, bevor diese hätte ausgebaut werden können. Bei drei der Leitungen funktionierte dies auch weitgehend problemlos. Nachdem sich nach schier endlosen vergeblichen Versuchen der Schnellverbinder der letzten Verbindungsstelle doch noch zu lösen schien, strömten aber genau dort geringe Mengen flüssigen Ammoniaks aus. Doug Wheelock beschrieb das Ganze als eine Art „Schneeflocken“, die im All davon schwebten.

Die Bodenkontrolle gab daher die Anweisung, die Leitung wieder fest mit dem Pumpenmodul zu verbinden und dieses vorerst an ihrem Platz zu belassen, um zu verhindern, dass die Astronauten mit dem Kühlmittel kontaminiert werden.

Nach Abschluss der Arbeiten im Weltraum  sind nun die Spezialistenteams des Flugleitzentrums gefordert, herauszufinden, wie erheblich der Einfluss des Lecks auf den Austausch der Pumpe ist, oder ob zuerst eine Lösung für dieses Problem gefunden werden muss, bevor die eigentlich erforderlichen Arbeiten fortgesetzt werden können. Möglicherweise sind daher, entgegen den ursprünglichen Planungen, sogar zwei weitere Außenbordeinsätze erforderlich, um die ausgefallene Pumpe zu demontieren, durch ein gleichwertiges Ersatzbauteil zu ersetzen und den gesamten Kühlkreislauf wieder in Betrieb zu nehmen. Da entsprechende Lösungsansätze erst noch definiert und anschließend intensiv vorbereitet werden müssen, ist nicht damit zu rechnen, dass der nächste Ausstieg des Reparaturteams vor kommendem Mittwoch stattfinden kann.

Bordingenieurin Shannon Walker hatte Wheelock, der am Samstag bereits seine vierte Außenbordaktivität absolvierte, und seine Kollegin Caldwell-Dyson bei ihrem ersten derartigen Einsatz von innerhalb der Station mit dem kanadischen Roboterarm (Canadarm2) assistiert.

Trotz der eingetretenen  Situation befindet sich die Raumstation weiterhin in einem stabilen Zustand. Gefahren für ihre Bewohner bestanden zu keinem Zeitpunkt. Nach dem Verlust des Kühlkreislaufes A am 31. Juli hatte die Bodenkontrolle zwar viele der wärmeerzeugenden Systeme zwischenzeitlich heruntergefahren. Laut ISS-Management konnte jeoch durch Aktivierung von redundant vorhandenen Ersatzeinheiten sichergestellt werden, dass der Orbitalkomplex bis zur Reparatur im Normalzustand weiter betrieben werden kann.

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Expedition 24 Flight Engineers Doug Wheelock and Tracy Caldwell Dyson completed the first spacewalk to remove and replace the pump module at 3:22 p.m. EDT Saturday. As the result of an ammonia leak in the final line that needed to be disconnected from the failed pump module, the day’s tasks were only partially completed. The decision was made to reconnect the line on the pump module and install a spool positioning device to maintain proper pressure internal to the ammonia line.

Teams on the ground are evaluating the impact of the leak on plans to replace the failed pump, as well as possible fixes for the leak. The completion of the process will most likely require at least two additional spacewalks.

The next spacewalk to complete the removal of a failed ammonia pump module and installation and activation of a new pump module on the International Space Station’s S1 Truss will take place no earlier than Wednesday.

Saturday’s excursion lasted 8 hours, 3 minutes, making it the longest expedition crew spacewalk in history and the sixth longest in human spaceflight history.

Wheelock conducted the fourth spacewalk of his career. Caldwell Dyson made her first spacewalk. Flight Engineer Shannon Walker operated Canadarm2, the station’s robotic arm, and assisted the spacewalkers from inside the station.

After the loss of one of two cooling loops July 31, ground controllers powered down and readjusted numerous systems to provide maximum redundancy aboard the orbiting laboratory. The International Space Station is in a stable configuration, the crew is safe and engineers continue reviewing data from the failed pump.

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source: NASA
photo credit: NASA / NASA TV
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www.raumfahrtzeitung.de
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