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ATV JULES VERNE VERSETZT ISS SCHUB

25. april 2008 *** by raumfahrt.zeitung

Am frühen Freitagmorgen demonstrierte das erste europäische Transportraumschiff ATV, mit Namen Jules Verne, zum ersten Mal eine weitere seiner Fähigkeiten, als seine Triebwerke für immerhin 740 Sekunden zündeten und im Ergebnis die Umlaufbahn der Internationalen Raumstation um etwa 4.5 Kilometer angehoben wurde.

Damit konnte der Raumfrachter gut drei Wochen nach dem Andocken an der ISS einer seiner Hauptaufgaben ebenso gerecht werden, wie er das als Großraumfrachter für die Lieferung von Ausrüstung, Materialien und Verbrauchsstoffen für die Station bereits hinlänglich unter Beweis gestellt hatte.

Das Manöver begann um 06.22 Uhr MESZ und versetzte der gesamten 280 Tonnen schweren Raumstation einen Schub von zirka 2.65 m/s. Unter Benutzung von zwei seiner insgesamt vier Haupttriebwerke gelang es dabei wie geplant, die Orbithöhe der ISS auf nunmehr 342 Kilometern über der Erdoberfläche anzuheben. Mit der erfolgreichen Anpassung der Umlaufbahn konnte eine grundlegende Voraussetzung für die Ankunft der nächsten Shuttle-Mission Anfang Juni 2008 geschaffen werden, bei der die Discovery das Hauptbauteil des japanischen Kibo-Labors zur Station bringen soll.

Bisher waren nur die amerikanische Shuttle, die russischen Progressfrachter und in Ausnahmefällen die stationseigenen Triebwerke in der Lage, Veränderungen der ISS-Umlaufbahn zu gewährleisten. Diese „Boosts“ sind in Abständen immer wieder erforderlich, da auch in Höhen über 300 Kilometern  noch genügend Luftmoleküle vorhanden sind, die mit der Raumstation interagieren und durch Reibung ein kontinuierliches Absinken des Orbits bewirken.

Mit dem ATV steht nunmehr ein weiteres Raumfahrzeug zur Verfügung, mit dessen Hilfe dem gesamten Orbitalkomplex zusätzlicher Schub verliehen werden kann. Der europäische Frachter wurde von vorn herein so konstruiert, dass sein Antriebssystem diese, für die ISS lebenswichtige Funktion periodisch gewährleisten kann.

Daher stehen für den gesamten Zeitraum, an dem Jules Verne an der Station verbleibt auch noch drei weitere derartige Triebwerkszündungen auf dem Plan. Die nächste wird am 12. Juni folgen, die weiteren beiden dann am 8. Juli und respektive am 6.August 2008.

Geplant ist, dass Jule Verne die Internationale Raumstation Anfang August diesen Jahres verlassen und anschließend mit rund sechs ein halb Tonnen Abfall in der Erdatmosphäre gezielt zum Verglühen gebracht wird.

Informieren Sie sich bitte auch auf unserer ATV-Seite über den Verlauf der Mission.

Quelle/Credit Poto: NASA TV/bearbeitet durch raumfahrt.zeitung

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LUKEN ZWISCHEN JULES VERNE UND ISS GEÖFFNET

05. april 2008

by raumfahrt.zeitung

Seit heute ist das ATV Jules Verne nun endgültig ein vollständiger Teil der Internationalen Raumstation. Nachdem die Mannschaft der Expedition 16 die Luken zwischen ISS und ATV bereits am Freitag, kurz nach Mittag, vorübergehend einmal kurz geöffnet hatte, um eine Luftreinigungsanlage im ATV zu installieren, so erfolgte die eigentliche räumliche Verbindung beider Raumfahrzeuge am heutigen Samstag um 10.30 Uhr MESZ.

Die Installation des temporären Luftfilter war eine von vorn herein geplante Prozedur, die zum Standard bei derartigen Andockvorgängen gehört. Immerhin war das ATV bereits Anfang Dezember letzten Jahres für die Startvorbereitungen hermetisch verschlossen worden. In den fast vier Monaten, die seitdem vergangen sind, können sich durch die stattgefundenen Transfers, den Start selbst und den anschließenden Flug in der Schwerelosigkeit durchaus Staubpartikel und Kleinstteile aus den Nutzlasten gelöst haben, welche die Astronauten nicht unbedingt einatmen sollen. Zusätzlich erreicht man mit dieser Maßnahme auch eine simple Verbesserung der Geruchsqualität der zuvor „stehenden“ Luft im druckbeaufschlagten Frachtraum von Jules Verne.

Das europäische ATV ist der erste vollständig neu für den Einsatz an der ISS entwickelte Raumflugkörper, der in den letzten neun Jahren am orbitalen Außenposten angedockt hat. Darüber hinaus ist es erstmals gelungen, ein in Europa entworfenes und gebautes Raumfahrtzeug bei einem automatischem Andockvorgang mit einem anderem orbitalen Fluggerät zu koppeln.

Jules Verne kann als Transportschiff etwa dreimal soviel Ladung aufnehmen, wie ein russischer Progress-Frachter. Sofern erforderlich, kann er mittels seines Antriebssystems und der mitgeführten Treibstoffreserven dafür benutzt werden, durch gezielte Triebwerkszündungen, die Umlaufbahn der gesamten Raumstation anzuheben. Dies ist in Abständen immer wieder notwendig, da auch in Flughöhen von fast 400 Kilometern immer noch genügend Reibung durch Atmosphärenteilchen wirksam ist. Diese bremst die ISS soweit ab, dass ihre Umlaufbahnhöhe kontinuierlich, ohne diesen zusätzlichen Schub, absinken würde. Bisher konnten solche „Boosts“ nur bei gelegentlichen Besuchen der amerikanischen Raumfähren und der russischen Progressfrachter durchgeführt werden.

Jules Verne wird nunmehr für etwa vier Monate an der Raumstation verbleiben. Danach werden die Astronauten der nächsten Langzeitmannschaft angefallene Abfälle, nicht mehr benötigte Ausrüstungsgegenstände und sonstige Verbrauchsmaterialen in den Frachtraum des ATV verladen. Nach dem Verlassen der Station und dem gezielten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, verglühen diese dann genauso wie der komplette Raumfrachter selbst.

Mit dem angedockten Columbus-Labor und dem ATV am Heck der Internationalen Raumstation, ist Europa nach Jahren des Wartens und der Ungewissheit nun endgültig in der ersten Liga der bemannten Raumfahrt angekommen. Darüber hinaus konnte die ESA und die von ihr beauftragte europäische Raumfahrtindustrie eindrucksvoll beweisen, zu welchen Leistungen sie auf diesem Gebiet fähig ist. Insbesondere die vollautomatischen, völlig neuartigen Rendevouz- und Entfernungsmesssysteme des ATV-Transporters gelten in Raumfahrtkreisen als außergewöhnliche Meilensteine für die Entwicklung von Raumfahrzeugen der neusten Generation.

Das Ablegen von Jules Verne von der Raumstation ist für August diesen Jahres geplant.

Informieren Sie sich bitte auch auf unserer ATV-Seite über den weiteren Verlauf der Mission.

Quelle/Credit Potos: NASA

ATV JULES VERNE – ANDOCKMANÖVER AN ISS

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03. april 2008
by raumfahrt.zeitung

Zusammenfassung der Ereignisse des ersten Andockversuches:

16:52 Uhr MESZ:

Sämtliche Verbindungsmechanismen sind eingerastet. Dies ist die Bestätigung für das „harte“ Andocken des ersten ATV Jules Verne an der Internationalen Raumstation. Ein großer Erfolg für die europäische Raumfahrt.

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credit: NASA Television

16.46 Uhr MESZ:

Die Internationale Raumstation befindet sich nun im freien Drift-Modus.

16.45.35 Uhr MESZ:

Kontakt !

16.41 Uhr MESZ:

Jules Verne hat inzwischen den Verweilpunkt S41 11 Meter hinter der Station erreicht und nun das finale „GO“ für die Ausführung des Docking-Manöver erhalten. Alle Kontrollzentren in Toulouse, Moskau und Houston haben die Freigabe zum Anlegen erteilt. Das ATV schwebt die letzten Meter heran.

16.15 Uhr MESZ:

Jules Verne hat den Station Point S4 angesteuert. Der Transporter schwebt nun ohne Relativ-Geschwindigkeitsänderung zur ISS in 19 Metern Abstand zum Raumkomplex.

15.52 Uhr MESZ:

ATV entfernt sich langsam vom Punkt S2 und schwebt bis zu seinem nächsten Halt 19 Meter vom ISS-Dockingport entfernt.

15.16 Uhr MESZ:

Noch 249 Meter bis zur ISS. Jules Verne befindet sich nun am Haltepunkt S3 und wird hier rund eine halbe Stunde verweilen. An dieser Stelle startet nun auch die optische Entfernungsmessung, unter Anpeilung der am Zvezda-Modul befindlichen Reflektionsmarken und des eigenen Lasermess-Systems.

14.36 Uhr MESZ:

ATV Jules Verne hat den Punkt S2 15,5 km hinter der Raumstation verlassen und befindet sich auf dem Weg zu Punkt S3 249 Meter hinter dem Zvezda-Modul. Die Ortsverlagerung wird durch insgesamt viere Triebwerkszündungen herbei geführt, analog zu den Manövern des Demo-Tag 2.

Als Vorabinformation zum heutigen Andockvorgang von Jules Verne an die Internationale Raumstation hier schon einmal der Zeitplan der geplanten Manöver:

Entfernung zur ISS Ereignisse
*S-1/2(39 km dahinter und 5 km unterhalb) 12:33 MESZ – ATV in Warteposition auf ‘go ahead’
S0(30 km dahinter und 5 km unterhalb) Pre-Homing
S1 (15.5 km dahinter und 5 km unterhalb) 13:19 MESZ Homing beginnt
S2(3.5 km dahinter und 100 m oberhalb) 14:05 MESZ – In dieser Entferung verbleibt „Jules Verne“ zunächst; die externe Beleuchtung wird eingeschaltet. Das russische radargestützte Kurs-System wird aktiviert und die ISS-Crew beginnt, die einkommenden Daten zu verarbeiten. Die Annäherung erfolgt unter Einsatz relativer GPS Daten.
500 m Das Video-System des Swesda-Moduls wird eingeschaltet, damit die Crew der ISS das ATV am Simvol-Bildschirm sehen kann.
S3(249 m dahinter) 15:17 MESZ – Verweilposition. Videometer und Telegoniometer (gepulste Laserinstrumente, die die Entfernung und Orientierung zur ISS berechnen) sind aktivatiert. Das Videometer dient als Hauptsensor für die GNC Navigation. Freigabe für entgültige Annäherung 1.
Die Relativgeschwindigkeit des ATV wird von 40 cm pro Sekunde auf 7 cm pro Sekunde reduziert.
S4(19 m dahinter) 16:15 MESZ – Verweilposition. Videometer-Navigation aus nächster Entfernung wird eingesetzt. Die ausgefahrene Kopplungsspitze wird in Richtung der Trichterachse am Swesda-Port ausgerichtet. Freigabe für entgültige Annäherung 2
S41(11 dahinter) 16:33 MESZ – Verweilposition. Freigabe, die entgültige Annäherung 2 fortzusetzen.
ATV dockt an das Swesda-Modul an
16:41 MESZ – Erfassung
17:15 MESZ – Einrasten

Quelle: Zeitplan: ESA / Titelbild: NASA-TV

ATV JULES VERNE – DEMO TAG #2

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31. märz 2008
by raumfahrt.zeitung

An seinem zweiten Demonstrationstag liefen sämtliche Manöver des Rendevouzverhaltens von Jules Verne ab, ohne dass von den Flugkontrolleuren an den Konsolen eine ungewöhnliche oder unvorhergesehene Situation gemeldet worden wäre.

Alle Aktionen wurden ständig in enger Kooperation der Kontrollzentren in Toulouse, Moskau und Houston durchgeführt. Hauptverantwortlich waren gleichzeitig die Astronauten auf der ISS eingebunden.

Bis zum eigentlichen Andockvorgang am Donnerstag dieser Woche, der im übrigen weitgehend identisch zum heutigen Test ablaufen wird, steht numehr die Auswertung aller Daten des heutigen Tages an, um seitens der Verantwortlichen eine Freigabe zum Docking für das ATV erteilen zu können.

Nachfolgend die Dokumentation des Demo-Tag 2:

18.53 Uhr MESZ:

Yury Malenchenko hat das endgülte Escape-Kommando ausgelöst: Jules Verne bewegt sich rückwärts von der ISS weg. Das Arbeiten der Lagereglungstriebwerke ist deutlich erkennbar.

18.45 Uhr MESZ:

Nach dem Senden eines weiteren Rückzug-Befehls hat sich Jules Verne wieder zum Punkt S4 zurück bewegt und erwartet hier das abschließende Kommando „Escape“. Dies wird das ATV veranlassen, sich langsam wieder aus der näheren Umgebung der Raumstation zu entfernen. Noch hält es seine Position in 19 Meter Abstand.

18.37 Uhr MESZ:

Der Finale Punkt nur 11 Meter entfernt von der Internationalen Raumstation ist erreicht!

atv1_dd2_j_md.jpgcredit: NASA-TV

18.27 Uhr MESZ:

Jules Verne bewegt sich ein letztes Mal für den heuteigen zweiten Testtag in Richtung ISS. Ziel ist der letzte Haltepunkt S41 11 Meter von der Station entfernt.

18.18 Uhr MESZ:

Ein langsamer atemberaubender Anflug führt zu einem weiteren Halt bei Punkt S4. Jules Verne befindet sich in diesem Moment noch 19 Meter hinter dem rückwärtigen Docking-Port des russischen Zvezda-Moduls.

atv1_dd2_i_md.jpgcredit: NASA-TV

18.10 Uhr MESZ:

Mit einer Geschwindigkeit von 0,9 m/s schiebt sich Jules Verne langsam an das hintere Ende des Svezda-Modul heran. Noch etwa 3 Minuten bis zum Punkt S4. Der Abstand beider Raumflügkörper beträgt noch zirka 50 Meter.

17:53 Uhr MESZ:

Jules Verne hat sich nach der Bestätigung der vollen Funktionsweise des optischen Navigationssystems langsam weiter der Station genähert. Zu diesem Zeitpunkt wurde von der ISS-Crew, namentlich Yuri Malencheko am Kontrollpult, ein Rückzugskommando an das ATV gesandt. Das soll sicherstellen, dass die Crew den Transporter manuell stoppen und zurückschicken kann, sollte sich eine Situation einstellen, die dies erfordert. Danach wird das ATV ein Anhalten-Kommando von der ISS aus erhalten und kurz darauf einen weiteren Befehl, der zur Wiederaufnahme der Annäherung führt.

17.30 Uhr MESZ:

Weitere spektakuläre Bilder der Annäherung erreichen die Bodenkontrolle:

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atv1_dd2_g_md.jpgcredit: NASA-TV

17.24 Uhr MESZ:

Das optische Navigationssystem des ATV wurde aktiviert. Wenn Jules Verne Daten über dieses System sicher empfängt, wird der Befehl zur Annäherung an Sation Point S4 gegeben werden.

17:10 Uhr MESZ:

Das ATV befindet sich an Punkt S3. Es wird sich anschliessend zur ISS ausrichten und sein Video-Navigationssystem für den finalen Anflug auf die ISS aktivieren.

atv1_dd2_e_md.jpgcredit: NASA-TV

17:00 Uhr MESZ:

Inzwischen ist Jules Verne von der Internationalen Raumstation gut zu erkennen. Es ist nur noch wenige Meter von S3 entfernt.

atv1_dd2_c_md.jpgcredit: NASA-TV

16.30 Uhr MESZ

Jules Verne führt die erste Zündung zum Verlassen von Punkt S2 aus. Diese soll 270 Sekunden dauern und eine Geschwindigkeitsänderung von 1.7 m/sec bewirken. Anschiessend folgt eine Driftphase von 510 Sekunden, gefolgt von der zweiten Zündung mit 180 Sekunden Dauer und 0,9 m/sec Delta-V. Die dritte und letzte Triebwerkszündung soll nach einer weiteren Drift von 10 Minuten noch einmal 150 Sekunden andauern.

Miit einer Geschwindigkeitsänderung von wiederum 0,9 m/sec soll dies dazu führen, Jules Verne bis auf 249 m hinter die Station zu bringen. Dort wird eine letzte 350-Sekunden-Zündung der Triebwerke das ATV abstoppen und die Relativgeschwindigleit zur ISS auf 0 m/sec absinken.

15.58 Uhr MESZ:

Der Raumtransporter hat nun wieder Punkt S2 angesteuert. Bis dahin hatten die Manöver des ersten Testtages das ATV bereits geführt. 3,5 km hinter der Station angekommen, verbleibt es hier etwa 30 Minuten, bis dann der Befehl zum Weiterflug Richtung Punkt S3 von der Bodenkontrolle erteilt wird. Von diesem Moment an wird Jules Verne der ISS ständig näher sein als am Samstag.

15.12 Uhr MESZ:

15,5 km von der Station entfernt erreicht Jules Verne den Punkt S1. Bis hierher entspricht das Flugprofilweiterhin Demo-Tag 1. Aufgenommen von externen Kameras der ISS, ist das ATV nun als leuchtender Punkt auf den Kontrollschirmen im ATV-CC in Toulouse erkennbar.

14.26 Uhr MESZ:

Ankunft am Punkt -S 1/2. Das ATV befindet sich nun 39 km hinter der Raumstation. Das Durchfliegen dieses Punktes markiert den offiziellen Start der Manöver des zweiten Demonstrationstages.

Die Ereignisse des zweiten Demonstartionstages für Jule Verne, seine Fähigkeiten bezüglich der Annäherung an die Internationale Raumstation unter Beweis zu stellen, liefen in der ersten Phase ähnlich denen des Demo-Tag 1 ab.

Die Grafik zeigt den ersten Abschnitt der Manöver des heutigen Rendevouztests.

atv1_dd2_b_la.jpgGrafik: ESA / ATV-Blog

Bildquelle Titel: NASA-TV/ Kompostion: raumfahrt50plus

ATV JULES VERNE – DEMO-TAG 1

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29. märz 2008
by raumfahrt.zeitung

Die Aktivitäten des ersten von zwei geplanten Demotagen liefen heute wie folgt ab:

atv1_dd1_b_la.jpgcredit: ESA

21.00 Uhr MEZ:

Eine bisher erste Sicht auf die Ereignisse des heutigen Demo-Tages zeigt, dass Jules Verne alle Manöver anscheinend wie geplant ausgeführt hat. Eine genaue Analyse der Daten steht selbstverständlich noch aus. Die Auswertung dieser Informationen ist Voraussetzung für die Freigabe des ATV für den zweiten Demo-Tag am Montag.

John Ellwood, ATV Projektmanager bei der ESA teilte am Abend mit: „Alle Systeme arbeiteten vollständig normal, was für den ersten Tag des realen Testens der Rendevouzfähigkeiten des Raumfahrzeuges sehr zufriedenstellend ist.“

„Die ersten Analysen von JADOR (Jules Verne ATV Demonstration Objectives Report) sehen wirklich gut aus.“ ergänzte Allberto Novelli, Missionschef im Kontrollzentrum, „Wir werden jetzt einige Stunden daran setzen, diese weiter auszuwerten. Wir sind wirklich zuversichtlich.“

20.35 Uhr MEZ:

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Nach dem erfolgreichen Abschluss des Demo-Tag 1 war Jules Verne bei klaren Himmel, gemeinsam mit der ISS, gegen 20.30 Uhr auch über Deutschland zu sehen. (Foto: raumfahrt.zeitung)

18.30 Uhr MEZ:

Das Kontrollzentrum in Toulouse hat bestätigt, dass man ein Flucht-Kommando zum ATV gesendet hat. Dies sollte Jules Verne veranlassen, sich kontrolliert und selbstständig aus der näheren Umgebung der Station, zurück zum Ausgangspunkt der gesamten Demonstration zu bewegen. In der Tat ist von der ISS zu beobachten, wie sich das ATV langsam entfernt hat. Insgesamt entspricht diese Vorgehensweise derjenigen, die bereits beim Collision Avoidance Manoeuvre getestet wurde.

atv1_dd1_e_md.jpgcredit:ESA/ ATV-Blog

Ein weiteres Bild aus dem ATV-CC in Toulouse auf dem Jules Verne auf den Kontollschirmen erkennbar ist.

18:00 Uhr MEZ:

Hier ein deutlichereis Bild von Jules Verne wie es von der ISS aus erscheint.

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credit: ESA / ATV-Blog

17.10 Uhr MEZ:

Jules Verne kann nun von der Station aus gesehen werden! Es taucht als kleiner weisser Punkt auf den Bildschirmen des ATV-Control Center in Toulouse auf.

atv1_dd1_c2.jpgcredit: ESA / ATV-Blog

16.57 Uhr MEZ:

Jules Verne befindet sich jetzt am Station Point S2. Die Entfernung zur ISS beträgt nunmehr nur noch 3.5 km !

Am S2 Punkt werden weitere Tests durchgeführt. Die Positionslichter des ATV, es besitzt davon insgesamt fünf, werden eingeschaltet und das russische Rendevouzsystem „Kurs“ wird aktiviert. Das erlaubt der ISS-Crew dessen Daten zu lesen und zu nutzen. Zusätzlich schickt die Mannschaft, mit Yuri Malenchenko am internen Kontrollpult, simulierte Kommandos, wie Anhalten und Zurückziehen, zum ATV. Diese dürfen jedoch keine Bewegungen des Raumtransporters auslösen.

16.05 Uhr MEZ:

Das ATV erreicht den Station Point S1 nunmehr nur noch 15.5 km hinter der Raumstation

15.19 Uhr MEZ:

Jules Verne verlässt seinen Ausgangspunkt S-1/2 etwa 39 km hinter der Internationalen Raumstation

Informieren Sie sich bitte auch auf unserer ATV-Seite über die Jules Verne Mission.

ATV JULES VERNE VERLÄSST PARKORBIT

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28. märz 2008
by raumfahrt.zeitung

Nachdem die amerikanische Endeavour die Internationale Raumstation verlassen hat und wieder sicher auf der Erde gelandet ist, sind nun die Europäer an der Reihe erstmals ein eigenes Raumfahrzeug am orbitalen Außenposten anzudocken.

Bevor dies jedoch, wie vorgesehen, am 3. April geschehen kann, sind über das kommende Wochenende hinweg einige umfangreiche Rendevouztest- und Flugmanöver vorgesehen, die das hochmoderne Raumschiff einerseits näher an die Station heranbringen werden, und andererseits seine vollautomatischen Fähigkeiten bei der Annäherung, sowie in erster Linie deren sicheres Funktionieren demonstrieren und bestätigen sollen.

Als ersten Schritt dazu musste das ATV Jules Verne dazu seinen bisherigen Parkorbit velassen, auf dem es, 2000 km vor der Raumstation, die letzte Space Shuttle Mission in sicherer Entfernung abgewartet hatte.

Am Donnerstag, zwei Minuten vor 7.00 Uhr MEZ zündeten dazu seine Triebwerke und der Transfer in die Nähe der ISS begann. Anderthalb Stunden später waren die drei dazu erforderlichen Triebwerkseinsätze beendet. Nach einer etwa zweitägigen Flugphase wird der Transporter in der kommenden Nacht weitere Manövver durchführen, die ihn an einen sogenannten Interface Point 39 km hinter und 5 km unterhalb der Station bringen werden.

Dieser Punkt ist dann auch der Ausgangspunkt für alle weiteren Flugaktionen, die im Zusammenhang mit dem ersten Demo-Tag stehen, der am Samstag ansteht und bei dem Jules Verne bis in eine Entfernung von 3500 Meter hinter und 100 Meter oberhalb der ISS gelangt. Dort angekommen, führt dann die Bodenkontrolle gemeinsam mit der Mannschaft der Raumstation verschiedene Kommandotests durch. Auch sollen erstmals die externen Positionslichter des ATV eingeschaltet und das russische KURS- Annäherungsradar aktiviert werden.

Nachdem alle vorgesehenen Systemchecks durchgeführt wurden, sendet das Kontrollzentrum ein simuliertes Fluchtkommando zum Raumtransporter. Dieser entfernt sich dann automatisch wieder von der ISS und kehrt zu seinem Ausgangspunkt zurück, wo er bis zu seiner erneuten Aktivierung für die zweite Demonstrationsrunde am Montag verweilen wird. Dann gehts für ihn sogar bis auf etwa elf Meter an das Ende des Zvezda-Modul heran, bevor er dann letztmalig vor der Kopplung zurückgeschickt wird.

RAUMFAHRT.ZEITUNG wird über die Details während der Demo-Tage ausführlich berichten.

Informieren Sie sich bitte auch auf unserer ATV-Seite über die Mission.

Quelle Gafiken: ESA (Komposition RAUMFAHRT.ZEITUNG)

JULES VERNE ERREICHT PARKORBIT

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19.märz 2008

Beide Zündungen führten zu Geschwindigkeitsänderungen von jeweils lediglich 18 km/h, die das reisebusgrosse Raumschiff dennoch in einen Parkorbit beförderten, der sich auf der gleichen Höhe wie die Umlaufbahn der Raumstation befindet.

Nach den Bahnkorrekturen befindet sich Jules Verne nunmehr zirka 2000 Kilometer vor der ISS. In dieser neuen Position wird es den Ablauf der derzeit laufenden Endeavour-Mission in sicherem Abstand abwarten, bevor man es am 27. März ganz langsam näher an die Raumstation heranführt.

Die Triebwerkszündungen wurden über die selbe Antriebskommandokette gesteuert, die kurz nach dem Start vor zehn Tagen ausgefallen war, kurz darauf jedoch erfolgreich wieder aktiviert werden konnte. Sie folgten einer Reihe von kleineren Manövertriebwerkszündungen, um das ATV in die exakte Position für die Hauptzündungen zu bringen.

Im Verlaufe des Positionswechsels passierte Jules Verne die Internationale Raumstation unterhalb in etwa 30 Kilometer Entfernung. Dabei konnte es von dort aus auch das erste Mal beobachtet werden und es gelangen erste Aufnahmen des, wie ein heller Stern vorbeiziehenden Lichtpunktes.

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Bildquelle: NASA-TV

Um 13.00 Uhr MEZ war die Parkposition endgültig erreicht und die wichtige Phasing-Etappe der ersten ATV-Mission abgeschlossen. Diese dazu diente, den Transporter mit der Umlaufbahn der ISS zu synchronisieren.

In der fogenden Parkorbit-Phase wird das Kontrollzentrum in Toulouse lediglich einige Kontrolloperationen mit dem Raumschiff ausführen und Ausschau nach Weltraumschrott halten, um ein eventuell erforderliches Ausweichmanöver zügig auslösen zu können.

Die anschließenden Demontrationstage sind für den 29ten und 31ten März geplant. Dann muss das hochmoderne Annäherungssystem von Jules Verne erstmals seine Fähigkeiten beweisen, das ATV sicher, bis auf wenige Meter, an die Station heranzuführen. Läuft alles wie geplant, steht am 3. April dann das lang erwarte Andockmanöver auf dem Plan der Flugleitzentrale.

Weitere Informationen zum geplanten Flugverlauf sind auf der ATV-Seite von raumfahrt.zeitung zusammengefasst.

Bildquelle Titelbild: ESA /CNES / ARIANESPACE / Photo optique Video du CSG